Corona und die Folgen

Sie finden hier eine kurze Zusammenfassung der aktuell wichtigsten Infos über die weltweit grassierende Coronavirus-Pandemie unter spezieller Berücksichtigung der medizinischen und insbesondere der psychologischen Folgen. (Stand: 25.05.2020)

Corona...was ist das?

Grundsätzliches

Die durch das SARS-CoV-2-Virus aktuell verursachte Coronavirus-Pandemie (die WHO nennt sie COVID-19) nahm seinen Ursprung offensichtlich Ende 2019 in Wuhan, China. Es sprang dort erstmalig vom Tier auf den Menschen über.
Es ähnelt dem 2003 in Asien ausgebrochenen SARS-CoV-1-Virus (=Severe acute respiratory syndrome coronavirus), scheint sich schneller zu verbreiten, ist jedoch tendenziell weniger gesundheitsschädlich als dieses „alte“ Variante.

 

Immunität

Die Menschheit besitzt aktuell keine Immunität, was bedeutet, dass das Virus momentan direkt von Mensch zu Mensch über Tröpfchen (Speichel)-, Schmier (u.a. Türklinken)- oder Luftkontakt übertragen wird.
Anders als bei anderen bekannten Grippeviren, gibt es damit auch keine Herdenimmunität, zumindest solange es keinen verfügbaren Impfstoff gibt. Laut aktuellem Stand (Mitte 2020) kann eine kontrollierte Herdenimmunität frühestens in einigen Jahren erfolgt sein, was bedeutet, dass bis zu diesem Zeitpunkt ca. 60-70% der Menschheit mit diesem Coronavirus in Kontakt gekommen sein wird. Erst dann wird sich damit dann eine ausreichend grosse Zahl von Menschen immunisiert haben wird und die Verbreitungsgeschwindigkeit entsprechend sukzessive abnehmen wird.
Eine anschauliche Animation mit „übersichtlichen“ 200 Personen (Gesunden, Infizierten und Genesenen) finden Sie hier: https://www.washingtonpost.com/graphics/2020/world/corona-simulator/

Corona-Animation

Die aktuellen Zahlen…und deren Einordnung

  • Aktuell sind über 5.500.000 Menschen weltweit positiv auf das Virus getestet, jedoch ist die Testungsrate in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich (z.T. auch politisch motiviert) und damit nur begrenzt vergleichbar.
  • Es wird von einer sehr hohen Dunkelziffer von ca. 2-10:1 ausgegangen, da viele Erkrankungen asymptomatisch verlaufen und viele Infizierte überhaupt nicht getestet werden.
  • Über 350.000 Menschen sind Stand heute weltweit an COVID-19 gestorben, wobei auch hier die Kriterien für die Feststellung der Todesursache aus verschiedenen Gründen unterschiedlich und damit nicht bzw. nur unzureichend vergleichbar sind.
  • Die Daten für Deutschland aktuell: ca. 180.000 positiv Getestete und über 8000 Tote. Auch hier sind die Daten uneindeutig, da in vielen Fällen (noch) unklar ist, ob diese Menschen mit oder an COVID-19 gestorben sind.
  • Das Wachstum der Infizierten (und auch der damit einhergehenden Toten) war in D anfangs exponentiell, d.h. die Zahl der positiv getesteten verdoppelte sich alle paar Tage, mittlerweile steigt die Fallzahl eher linear (ca. 500-1000 Neuinfektionen und 50-100 Tote pro Tag) und sinkt in der Zahl der aktiven Fälle. Die aktuellen Zahlen für Deutschland, den Bundesländern und den Regionen finden Sie unter anderem hier: https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-03/coronavirus-deutschland-infektionen-faelle-verbreitung-epidemie-karte.

 

Darum muss jetzt gehandelt werden

Die aktuelle Diskussion über Beschränkungen des sozialen Lebens dienen also der Verlangsamung dieses Steigerungsprozesses, so dass unser Gesundheitssystem (z.B. wegen der begrenzten intensivmedizinischen Betten und der nicht ausreichenden Zahl ausgebildeten Fachpersonals) nicht kollabiert, wie dies aktuell in einigen anderen Ländern offensichtlich passiert.
Dafür ist wahrscheinlich über längere Zeit eine gewisse soziale Beschränkung notwendig. Genaue Prognosen sind aber aufgrund der vielen Unklarheiten nicht möglich, werden aber durch zusätzliche statistische Daten mit der Zeit zunehmend genauer.

Corona...die Symptome

Die momentan sichtbaren Krankheitsverläufe für die Lungenerkrankung COVID-19 sprechen dafür, dass hauptsächlich asymptomatische, leichte bis mittlere grippeähnliche Symptome (80-90% nach aktueller Schätzung) auftreten.

Die Inkubationszeit beträgt zumeist zwischen 3-7 Tagen, kann insgesamt jedoch zwischen 1-14 Tage variieren (Durchschnitt ca. 5-6 Tage)

 

Die Hauptsymptome sind:

  • Fieber, auch Fieberschübe über mehrere Tage (bei ca. 40% aller berichteten Fälle)
  • trockener Husten (ca. 50%)
  • Schnupfen (ca. 20%)
  • Pneumonie (ca. 2,5%)
  • Müdigkeit
  • Verlust der Geruchs- und Geschmackswahrnehmung zu Beginn der Infektion

Bitte bei diesen Symptomen sofort in Selbstisolierung (14-tägige Quarantäne) gehen und einen Termin bei Ihrem Hausarzt machen, da eine Testung auf SARS-CoV-2 nötig ist. Dies kann aktuell aufgrund der steigenden Erkrankungszahlen leider momentan nicht überall gewährleistet sein. Gehen Sie bitte auf keinen Fall direkt zum Arzt, sondern rufen dort vorher an, wenn Sie entsprechende Symptome haben (abends, nachts, am Wochenende: ärztlicher Bereitschaftsdienst bundesweit unter 116 117 erreichbar). In vielen Gemeinden gibt es mittlerweile zusätzlich z.T. sogar mobile Testzentren (auch mittels Drive-through/Drive-In-Testung im Auto per Rachenabstrich), die von den zuständigen Gesundheitsämtern angeboten werden.

Bei schweren Fällen (ca. 5-10% der aktuell positiv getesteten) kann es zu schweren bis lebensbedrohlichen Symptomen kommen, da u.a. der Befall der Lungen zu akutem Atemnotsyndrom, septischem Schock, dekompensierter metabolischer Azidose, Gerinnungsstörungen und multiplem Organversagen führen können. In diesen Fällen ist unbedingt ein ärztlicher Kontakt nötig, da eine intensivmedizinische Betreuung im Krankenhaus von diesem überprüft und gegebenenfalls eingeleitet werden muss.

Das Infektionsrisiko scheint für alle Altersgruppen annähernd gleich zu sein, jedoch ist mit zunehmenden Alter (und damit u.a. auch Vorerkrankungen der Lungen, des Herz-Kreislauf-Systems) die zunehmende Schwere der sichtbaren Symptomatik signifikant.

Langzeitfolgen können nach aktuellem Stand insbesondere Gewebeveränderungen in der Lunge sein (u.a. Fibrose)

Corona...das Pflichtprogramm: Abstand und Hygiene!
  • Minimierung der sozialen Kontakte auf das häusliche Umfeld (gemeinsam bewohnte Wohnung oder Haus). Kontrolle Ihrerseits über Einhaltung der Hygieneregeln muss überall gegeben sein.

  • Kein Händeschütteln, keine Umarmung, keine Begrüssungsküsse (auch nicht kurz)

  • Husten, Niesen: in die Armbeuge oder in ein Einmaltaschentuch (danach unbedingt sicher entsorgen->geschlossener Abfalleimer)

  • Bei nötigem außerhäuslichem Kontakt (Arbeit, Einkauf, Arzt, Gesundheitswesen, Spaziergang etc): Abstandswahrung: mindestens 1,5 Meter (beim Sport: 5-10 Meter)

  • Häufiges, mehrmals tägliches Händewaschen mit Seife, auch der einzelnen Finger, Dauer 20-30sek

  • Bewusster Schutz (Abstand!) insbesondere im Kontakt zu älteren Menschen und/oder Menschen mit Vorerkrankungen soweit dies möglich ist (und moralisch vertretbar, wie z.B. akuten Notsituationen)

  • Mund-Nase-Schutz (MNS) mittels Atemmaske, Schal, Buff etc. bei engerem Kontakt wie Einkauf, Wartezimmer, ÖPNV

Corona...und die Psyche

Kontrollverlust

Das, was wir hier gerade erleben, ist ein kollektiv erlebter Kontrollverlust auf vielen Ebenen. Dies gilt momentan ausnahmslos für alle aktuell handelnden Protagonisten, seien es Politiker, Virologen, praktizierende Ärzte, Psychologen, Sozialwissenschaftler etc.
Alle versuchen gerade zu verstehen: Das Wesen des Virus, sein Aufbau, seine Infektionswege, seine eventuelle unterschiedliche Wirksamkeit auf unsere Körper je nach Alter, Konstitution, Geschlecht, seine Folgen für das Gesundheitswesen und nachfolgende Gesundheitspolitik, seine Auswirkung auf unser Wirtschaftssystem, auf unsere finanziellen, beruflichen oder sozialen/gesellschaftlichen/politischen Folgen, um nur die Wichtigsten zu nennen.

 

Kontrollverlust und die nachfolgende Unruhe

Diese Unwissenheit über den aktuellen Zustand und der daraus entstehenden Folgen führt bei den meisten Menschen physiologisch zu spürbarer hoher Unruhe.
Dies passiert fast immer, wenn Dinge, die uns wichtig sind, nicht mit unseren verfügbaren Mitteln erklärert werden können. Es fehlen uns dann sogenannte Schemata zum Verstehen und Einordnen und damit haben wir auch nur begrenzte Möglichkeiten unsere nachfolgenden Handlungsweisen zielgerichtet zu steuern. Dieses stellt gerade jetzt für viele Menschen ein nicht zu unterschätzendes psychologisches Problem dar.

…ein kleiner Exkurs zum Thema „Schema“…
Solch ein Schema besitzen wir übrigens bei einem grippalen Infekt:
Wir wissen zwar nicht, was da genau in unserem Körper passiert, aber wir haben genügend Wissen oder Halbwissen uns angeeignet, um zu wissen „was“ es ungefähr ist, wie wir uns dann fühlen, wie lange wir ungefähr krank sein werden etc. und wie wir uns dann verhalten müssen bzw. sollten 😉

– Haben wir ein solches Schema noch nicht, weil etwas „neu“, aber zugleich „wichtig“ ist, entsteht ein Effekt, den man auch bei „kognitiver Dissonanz“ findet.
Z.B. ich weise auf eine blaue Wand und frage: „gefällt Ihnen die rote Wand?“
Die Reaktion „Hä?“ (oder vergleichbar) ist bei vielen Menschen üblich, beschreibt aber genau das: nämlich, dass Infos einen „geordneten Sinn“ ergeben müssen.

Ansonsten entsteht aufgrund dieses Widerspruchs eine physiologisch spürbare Unruhe (übrigens bei fast allen von uns)
Die Reaktion, dies aufzulösen, ist in diesem Beispiel: eine Nachfrage, ob man richtig verstanden hat, oder vielleicht gerade „Opfer“ von Ironie oder eines Scherzes geworden ist.

– Ein ähnlicher Effekt ergibt sich beim Fliegen: das technische Unwissen, der Verlust der Handlungsfähigkeit in diesem komischen, metallischen Vogel eingeengt zu sitzen führt bei vielen Menschen zum körperlich spürbaren Unwohlsein. Psychologisch ist dies als Folge eines Kontrollverlust (bzw. Erwartung, keine Kontrolle zu haben) zu verstehen.

Die entstehende physiologische Unruhe kann dann zur Angst, bis hin zur Entstehen einer pathologischen Angststörung führen.

 

Die manchmal untauglichen Methoden, Kontrolle zurückzugewinnen

Was uns momentan fast allen fehlt, ist dieses ansonsten für die Mehrheit von uns erlebte und Sicherheit vermittelnde Kontrollgefühl in für uns wichtigen Dingen. Wir spüren alle dieses Defizit, da wir die aktuellen Zusammenhänge der Pandemie nur rudimentär verstehen und entsprechend auch nicht „richtig“ zielgerichtet handeln können.
Stattdessen kaufen wir Klopapier, die Amerikaner Waffen, die Franzosen Kondome und die Spanier und Schotten Alkohol. Wir schreiben endlose Kommentare in online-Foren oder sozialen Medien, belehren dabei Virologen mit unserem Halb- oder Viertelwissen. Wir schauen erschlagen auf die diversen Liveticker oder ignorieren diese bewusst.
Ohne dabei nationale Ressentiments oder Stereotype bedienen zu wollen: was uns global alle eint ist, dass wir alle diese Unruhe spüren und deshalb irgendwie irrational und wahllos handeln, um diesem Kontrollverlust „weg machen“ zu können. Weil sich Leben ohne Kontrolle schnell „orientierungslos“ anfühlt und wir dies beheben wollen, führt dies zu

  • am Anfang hoher innere Anspannung,
  • schnell steigenden Belastungsgefühle
  • angstvollen Gedanken (Katastrophengedanken)
  • diffusen Ängsten, die natürlich auch eine realistische Ursache haben können wie: Existenzängste, Sorgen um Angehörige/Freunde
  • Gefühlen des Ausgeliefertsein und Hilflosigkeit

 

Als Folge können dann psychische Erkrankungen entstehen oder wiederauftreten, wie

  • Angst- und Zwangsstörungen (auch PTBS oder Panikstörungen)
  • chronische Belastungsstörungen
  • das Ausbilden einer Depression (-> erlernte Hilflosigkeit als Schema als Folge eines dauerhaft erlebten Kontrollverlustes).

 

Noch zwei kurze Einschränkung:

Menschen, die sich eher als introvertiert wahrnehmen, scheinen durch die verminderten sozialen Kontaktmöglichkeiten momentan entlastet (Kontrollgewinn!). Dies fällt umso mehr auf, da Introvertierte häufiger auf „interne“ Bewältigungsmethoden in Stresssituationen zurückgreifen als „sozial dynamischere“ Extrovertierte.

Menschen, die eher fatalistische („mir egal“-Haltung) oder egoistisch-narzisstisch anmutende („mir egal, Hauptsache ich gewinne“) Bewältigungsmethoden in Belastungssituationen ausgebildet haben, erleben übrigens die aktuelle Situation ebenfalls als vergleichbar weniger belastend als Andere, da Empathie aktuell bei diesen reduziert ist oder vorher schon gering ausgeprägt war.

Corona...das Pflichtprogramm für die Psyche

Um diesem andauerndem Kontrollverlust etwas entgegenzusetzen, müssen wir alle dafür sorgen, zumindest im Kleinen, in unserem eigenen Umfeld wieder Kontrolle zurückzugewinnen. Dies sollte natürlich sozialverträglich geschehen. Das wird umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass unsere Welt, unser persönlicher Spielraum vielleicht für mehrere Monate „kleiner“ werden wird.

 

  • Tagesstrukturen sollten angepasst und eingehalten werden. Dies gilt auch, wenn Sie aufgrund der aktuellen Situation berufliches HomeOffice machen
  • Freizeitbeschäftigungen (am besten einen Pool an Möglichkeiten aufschreiben) bewusst von Tag zu Tag im Vorhinein planen
  • Spazierengehen/Fahrradfahren/sportliche Betätigungen solange diese nicht durch Ausgangsbeschränkungen untersagt werden (-> Sport als Depressionsprophylaxe)
  • Da einigen von uns droht, ein wenig intellektuell zu veröden:
    -> Lesestoff proaktiv aussuchen, evtl. die Zeit nutzen zum Erlernen einer Fremdsprache, eines Musikinstruments, einer Entspannungs- oder Meditationstechnik, einer handwerklichen Fähigkeit o.ä., sich beruflich selbstorganisiert weiterbilden. Im Internet finden Sie für fast alles entsprechende Materialien (bitte dabei aber nicht überfordern…das fördert sonst den Stress wieder)
  • Mitmenschen helfen, die aufgrund der Ausnahmesituation Hilfe z.B. beim Einkauf etc. benötigen.
  • Vielleicht besitzen Sie ja eine Fähigkeit, die Sie anderen Menschen online z.B. über YouTube oder Twitch anbieten können (und dabei evtl. sogar ein klein wenig Geld verdienen zu können)
  • Ihr technisches Equipment (PC, Webcam) überprüfen, erneuern und sich damit praktisch anfreunden, um für Sie wichtige soziale Kontakte die nächsten Monate über Webcam führen zu können (z.B. Skype, FaceTime oder Hangouts für Gespräche mit Ihrer Familie und Ihren Freunden). Dafür evtl. feste Termine auszumachen statt der sonst üblichen Besuche
  • Wenn Sie einen Garten oder Balkon haben:
    sich proaktiv um eine für Sie angemessene Ausstattung bemühen, bzw. dies so herzurichten, um für das Frühjahr und Sommer gewappnet zu sein entsprechend Ihrer persönlichen Vorlieben
  • Die dauerhafte räumliche Nähe zu Ihrer/m Partner/In aktiv gestalten:
    bewusste Beziehungs-Auszeiten besprechen, in denen jeder Partner für sich auch mal alleine bleibt.
    Für die gemeinsame Zeit mehrere Freizeitbeschäftigungen suchen: z.B. auch Brettspiele, Spielekonsole oder auch neu zu etablierende Techniken für Nähe/Intimität/Sexualität.
    Bitte denken Sie daran, dass Sie am besten für den worst-case, wie 2 Wochen Dauerregen ausgestattet sein sollten. Überprüfen Sie am besten gemeinsam (zu festen Zeiten), ob die vergangene Woche gut gelaufen ist, oder nachfolgende „Feinjustierung“ notwendig ist
  • Wenn Sie Kinder im gemeinsamen Haushalt haben:
    vermitteln Sie, soweit möglich, Schutz und Sicherheit.
    -> Tagesstrukturen, wie feste Zeiten zum Lernen, Spielen, Kuscheln, gemeinsam z.B. Logo schauen und die aktuelle Situation erklären sind wichtig. Coronafreie Zeiten sind dabei absolut notwendig!
  • Neigen Sie zu impulshaften Verhalten, dann werden Sie Stress manchmal weniger ruhig aushalten können.
    Suchen Sie sich eine Möglichkeit sozialverträglich Dampf ablassen zu können, auch innerhalb der Wohnung/Haus:
    -> Sandsack, Hanteln, Laufband, Kopfhörer für laute Musik, Spielekonsole, Putzen, Handwerken etc…
  • Sollten Sie aggressive oder selbstverletzende Verhaltensweisen bei sich feststellen, wäre u.a. jetzt die Konsultation eines Psychologen/Psychotherapeuten sinnvoll (auch über Videosprechstunde möglich). Zusätzlich sind die Beratungsstellen z.B. der Städte und Gemeinden auch weiterhin erreichbar
  • Aktuelle Tipps für die Gestaltung von Freizeit finden Sie momentan auf fast allen online-Portalen der Tages- und Wochenzeitungen
    z.B. hier: Die Zeitvertreibmaschine: https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/panorama/coronavirus-zeitvertreib-fuer-zu-hause-e684601/
  • Der dgvt hat eine Infobroschüre mit zusätzlichen praktischen Tipps und Anlaufstellen zusammengestellt: https://www.dgvt.de/fileadmin/Aktuell/Corona_-_Hilfen_und_Anlaufstellen_in_einer_Ausnahmesituation.pdf
Corona...bitte nicht machen
  • Keine unrealistischen Erwartungshaltungen aufbauen, wie z.B. den evtl. ausgefallenen Osterurlaub auf Pfingsten zu verlegen bzw. darauf zu hoffen, dass dies möglich sein wird. Ich bin kein Virologe und habe keine Glaskugel: aber ich würde jedem empfehlen, bis zum Sommer keine zeitlich konkreten Pläne zu machen, die erhöhte Mobilität oder Menschenansammlungen mit sich bringen. Sollte all dies wieder möglich sein, bzw. absehbar sein, lieber spontan entscheiden
  • Reduzieren Sie das Lesen/Anschauen von aktuellen Infos/Nachrichten des Tages auf bestimmte festgelegte und begrenzte Zeiten. Die aktuelle Unsicherheit (-> Kontrollverlust) führt dazu, dass es bei vielen Menschen einen Dauerkonsum von Nachrichten gibt mit der Hoffnung „Kontrolle“ wieder zurückzugewinnen. Diese wird sich aber für die nächsten Monate höchstwahrscheinlich nicht erfüllen. Sollte eine Nachricht eine „Erlösung“ bringen (z.B. ein Impfstoff) erfahren Sie dies auch z.B. einmal täglich in der Tagesschau. Denken Sie dabei bitte an die Klopapierhamster: auch die 135te Rolle bringt keine andauernde Beruhigung…morgen muss dann das Nudelregal beim Discounter leergeräumt werden…übermorgen dann das Mehl usw…
  • …und natürlich: bitte bringen Sie mit Ihrem Verhalten sich und andere Menschen nicht in Gefahr.

 

 

Ich wünsche Ihnen (und auch mir), dass diese Episode schnell vorbeigeht und wir alle dabei gesund bleiben.

Lieben Gruss

Heiko Peter Schmidt